Es gibt da ein Mädel. Ist im Grunde Quatsch, das "Mädel" ist in etwa 25-30 Jahre alt. Sie ist mir seit Grundschulzeiten als hübscheste Assistentin meines Ex-Hausarztes bekannt. Ich war da auch schon länger nich mehr, hab in der Zwischenzeit u.a. den Arzt gewechselt.
Jetzt hab ich sie beim Einkaufen gesehen. Dort fiel mir etwas auf, was in der Praxis nie so recht durchschimmerte. Nun, diese faszinierende Person ist eine besonders freundliche Dame, was sich für mich hauptsächlich dadurch zeigt, dass sie in wirklich jeder Sekunde lächelt, wenn auch manchmal nur ganz leicht, es ist immer erkennbar. Gut, das kannte ich von der Praxis, gehört wohl auch zum Job. Was mir aber vorhin erst aufgefallen ist: In ihren wegen nicht ganz geöffneten Augenlidern müde aussehenden Augen war eine Traurigkeit zu erkennen. Während sie lächelte.
Das passt, wie ich finde, zu ihrem Beruf, es hat etwas Aufopferungsvolles, als würde ihr Gesicht sagen "Ich bin eigentlich absolut nicht in der Verfassung, fröhlich zu sein, aber ich will so freundlich sein wie ich nur kann und dich anlächeln". Und das verdient nicht nur meinen Respekt, weil so viele unserer Mitmenschen (ich selbst ja auch oft, aber ich bin da dran) mit Grimassen wie die größten Miesepeter durch die Gegend schlendern.
Und es ist ja nicht nur so ein Minimal-Lächeln - wenn sie mit ihrer Begleitung gesprochen hat, ist sie sogar richtig explodiert; ein Lächeln, das eigentlich ein Lachen ist.
Nun, in ihrem Fall ist sie überhaupt, seit ich sie kenne, immer noch hübscher geworden. Aber mal allgemein betrachtet, dieses "Lächeln durch Kraft" bzw. Lächeln in Verbindung mit traurigem Hintergrund ... das wirkt teuflisch attraktiv auf mich.
Mir ist eben erst aufgefallen, das könnte damit zusammenhängen, dass ich diese "Explosion" ... ja, irgendwie nötig hab. Es ist wie Sonnenstrahlen. Da klarte sogar der Himmel vorhin ein Stück auf, trotz Windstärke à la Orkan und dunkelste Wolken, das hat dann alles keine Wirkung mehr.
Ich dachte eigentlich zunächst, es hätte eher mit der Traurigkeit zu tun. Nun spielt Ähnlichkeit (in dem Fall "traurig sucht traurig") in Sachen Beziehungen neben Attraktivität und Nähe eine der Hauptrollen, aber daran dachte ich nicht mal.
Es ist eigentlich etwas viel Größeres: Mir erschien im Moment des Nachsinnens nichts logischer als der Gedanke, dass diese gezeigte Trauer, weswegen auch immer, meinen Drang zu helfen, mich zu kümmern, so sehr hochschnellen lässt, dass jede Trauer meinerseits, jeder Zweifel, jedes schlechte Gefühl kurzum weg ist. Weggeblasen. Vielleicht meine Art von Aufopferung, wenn auch nur in Gedanken.
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