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I hate being bi-polar. _______________________________________________ It's awesome.

Freitag, 20. März 2009

Eine vierte Klasse der Vaseler Grundschule führte mit ihrer Klassenlehrerin während dem Schuljahr 1999/2000 das Projekt "Varel - früher und heute" durch, um die Geschichte ihrer Heimatstadt zu erfahren. Das Augenmerk wurde dabei auf Lebensbedingungen der Menschen, Denkmäler, Gebäude, besondere Ereignisse und Persönlichkeiten, jedoch hauptsächlich auf

[es war einmal ein Bild]

Ferdinand Hardekopf gerichtet, zumal ,,Nadine ihren Mitschülern berichtete, dass sie in dem Haus Nebbsallee 2 wohnt, in dem am 15.12.1876 der Dichter Ferdinand Hardekopf geboren wurde".

Der Zeitraum dieser Arbeit erstreckte sich vom Dezember 1999 bis zum Ende Mai 2000, wobei das Ende des Projekts alles andere als willkürlich gewählt ist; in diesem Monat feierte die Schule ihr 125-jähriges Jubiläum.

Die Fragen ,,[...] wer war Ferdinand Hardekopf? Was hat er geschrieben?" waren schließlich der Startschuß für die Recherchen, mit denen sich die Klasse in den folgenden Monaten "herumschlug":

Sie führten Befragungen, Umfragen sowie Museumsbesuche durch, studierten die heimatkundliche und weiterführende Literatur, was Hürden bot; ,,... in der Stadtbücherei, welche sich in derselben Straße wie sein Geburtshaus befindet", gab es keinerlei Schriften von ihm, außerdem verfügte die Schule zu dem Zeitpunkt noch über keinen Internetanschluß, genauso der Großteil der Schüler, wobei drei Kinder zu Hause Zugang zum Internet hatten.

Die ersten Bücher von bzw. über Hardekopf konnte man im Antiquariat Lehmann leihen, in welchem eine Schülerin mit ihren Eltern im Dezember fündig wurde.

[Link-Adresse des Tagebuches des Projekts, woraus ich die Informationen grösstenteils bezog. Hier wird auch erzählt, wie es damit denn weiterging.]


Schickes Ding, dass den Kindern der "heimliche König" des Expressionismus schon in dem Alter herangeführt wird. Ein netter Nebeneffekt für mich ist bei dem ganzen Projekt das in dieser Zeit (komisch, aus dem Blick im Jahre 2009 von 2000 als "diese Zeit" zu sprechen) sporadisch ausgebreitete Internet, was den Schülern auferlegte, sich in Bibliotheken, Antiquariaten und bei diversen Ansprechspartnern bezüglich ihres Projektes schlau zu machen.

Eine solche bücher -und kommunikationsgebundene Recherche ist doch auch im heutigen Schulwerk wünschenswert, im heutigen Schulwerk, das Seiten wie "wikipedia" und Konsorten als belegbare Informationsquellen als zwiespältig betrachtet und enormen Wert auf das Wort legt, das noch gepresst wurde.

Das Beste kommt zum Schluß; mein favorisiertes Gedicht des Herrn Hardekopf, Zwiegespräch.

Zwiegespräch

Doctor Schein und Doctor Sinn

Gingen ins Café;

Schein bestellte Doppel-Gin,

Sinn bestellte Tee.

Seitlich von dem Plauderzweck

Nahmen sie dabei:

Schein - verlognes Schaumgebäck;

Sinn - verlornes Ei.

Dialog ward Zaubertext,

Nekromantenspiel;

Zwieseits wurde hingehext,

Was dem Geist gefiel,

Was dem Sinn Erscheinung schien,

Was der Schein ersann.

Schein gab Sinn, und dieser ihn,

Und die Zeit verrann.

Und die Stunde kam herein

Leis' des Dämmerlichts.

Sein verging zu Lampenschein,

Sinn verging zu nichts.

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